Name: Joachim S. Müller
Titel: Hunter-Gratzner in Classic-Space
15+, Germany

Ihr seht die Hunter-Gratzner, ein Handelsraumschiff bekannt aus dem Spielfilm Pitch Black.
Bekannt? Nun, der Film beginnt damit, das es ungeplant durch den Schweif eines Kometen fliegt und in Folge der daraus enstehenden Schäden in den ersten acht Minuten des Films abstürzt.
Da es daher bei den meisten wohl nicht unbedingt in Erinnerung geblieben ist, hier ein Link zu ein paar Bildern. Hier sehr ihr natürlich nicht ein Modell was die Hunter-Gratzner perfekt darstellen soll, sondern eine Adaption in Classic-Space, oder auch das frühe Weltraum-Lego im beliebten Farbschema Blau/Grau/transparent-Gelb mit einigen Änderungen am Design des Vorbildes, wie ich es für passender und stimmiger hielt.
Da Skizzen, Computermodell und Realmodell im Film auch nicht ganz überein stimmen, hatte ich einigen Spielraum für Interpretationen, den ich auch rege genutzt habe.
Diese modulare Technik, die ja auch in Classic-Space in abgeschwächter Form gerne mal verwendet wurde, zieht sich bei Weltraumlego durch, bis sie in Blacktron zur Perfektion gerieben wurde. Da das Raumschiff aus Pitch-Black eben modular aufgebaut ist, sehe ich darin die perfekte Symbiose, diese Themen zu kombinieren. Es ist jetzt schon irgendwie mein Stil, Raumschiffe aus hintereinander angeordneten Modulen zu konstruieren. Diesmal wurde der Verbindungsmechanismus durch ein hochklappbares Scharnier mit Griff optimiert, was nicht nur der strukturellen Integrität dient, sondern auch eine stimmiges SciFi-Ambiente erzeugt. Das 144 cm / 180 Noppen lange und ca. 3 kg schwere primär aus sechs großen Modulen bestehende Raumschiff lässt sich tatsächlich mit zwei Händen unbeschadet hochheben.
Die Anordnung der Technikpins wurde gegenüber meinem vorherigen Modularen Raumschiff (MOX) optimiert, es ist auch um jeweils 90° verdreht steckbar und stimmt mit den Abständen so, daß es in normalen Legoabständen an Wänden und auf Decken passend verbaut werden kann. Das findet in der vorliegenden Hunter-Gratzner zwar keine Verwendung, aber es lässt auf weiteres Zubehör zu diesem System in der Zukunft hoffen. Mal sehen, wie viel der kleinen und größeren Details ich in zehn Bildern rüberbringen kann.

Das Raumschiff ist in Module, auch Sektoren genannt, unterteilt. Ganz vorne, wie üblich, das Cockpit oder der Nav-Bay-Sektor. An der Unterseite ist es mit Triebwerken ausgerüstet, die im interstellaren Flug den Rückstoß mithilfe von Treibstoff und Sauerstoff generieren und im Atmosphärenflug als Scramjet nutzbar sind, in dem sie gegebenenfalls vorhandenen Sauerstoff aus der Umgebungsluft nutzen. Wie gesagt, es ist ein Handelsschiff, da wird gerne mal gespart, wo man kann.
Ich habe mich an dem Schiff in "seichtem Greebling" geübt, da ich übertriebenes Greeblig (so nennt man die vielen kleinen Aufbauten, die die Oberfläche vieler Raumschiffe und ähnlichem zieren) nicht ganz passend finde in Classic-Space.
Die von der Vorlage aus Pitch Black übernommene leichte Assymetrie fügt dem ganzen fazinierende Details hinzu. Man beachte auch die halbnoppenversetzen Schrägteile am Bug oder das dezent eingesetzte SNOTting an den Seiten.

Captain Tom Mitchell präsentiert uns hier eine Besonderheit: Eine vom Boden begehbarer Zugang des Raumschiffs. Der in Classic-Space übliche, und damit von den Astronauten auch regelmäßig trainierte Einstieg durch eine hochklappbare Cockpitscheibe ist aber selbstredend auch vorhanden. Diese Luke ist nicht sofort zu erkennen, da sie erst nach innen geklappt werden muss, bevor man sie runterklappt, damit sie an den Kommunikationsantennen vorbeikommt. Diese sind in alter Science-Fiction-Manier strikt nach vorne ausgerichtet, nicht wie sonst bei Weltraum-Lego üblich senkrecht angeordnet.
Eine Bewaffnung des Schiffs scheint ein Handelsschiff nicht nötig zu haben. Man könnte das Element rechts unter den beiden Tanks zwar als Rakete ansehen, aber es handelt sich um einen Sensor, der auch als Sonde abschickbar ist.

Für die, die sich immer schon gefragt haben, wo die Lego-Astronauten all die schönen kleinen Fahrzeuge herhaben, hier die Antwort: Die Nutzlast-Sektoren der Hunter-Gratzner können jeweils einen Container aufnehmen, in dem nicht immer Cryo-Tanks mit Menschen mitgeführt werden, sondern eben diverse Handelsgüter von Planet zu Planet transportiert werden können.
In diesem Container werden zwei der überaus beliebten Planeten-Scooter (6801) mit leicht modifizierter Antenne transportiert. Gleich mitgeliefert wird ein Mechaniker nebst Ausrüstung. Man kann also neben der nächstbesten Interplanetarischen Kommando-Zentrale landen und direkt mit dem Verkauf beginnen.
Die Hülle des Containers hat Aussparungen für die Steuerungsdüsen der Scooter, eigentlich wegen der Breite, aber man hörte schon Legenden, dass es ein findiger Mechaniker allein mit diesen Triebwerken zum nächsten Planeten schaffte, als sein Container im All verloren ging.

Hier erkennt man etwas besser, wie ein Transport-Modul des Raumschiffs einen Container aufnimmt. Mit der aus dem Set 6927 bekannten Verlademechanik werden sie etwas angehoben, wenn man das Modul verschließt. Der zweite Container enthält gleich vier Astronauten-Autos, die jeweils mit einem raffinierten Verschlußmechanismus in ihrer Transportposition fixiert werden. Allerdings werden diese Fahrzeuge in einer verbesserten Version geliefert - wer will schon noch mit einem Modell von vor dreißig Jahren herumfahren? Naja, viele Nostalgiker, aber sagen wir mal so, es spricht dennoch nichts gegen den Fortschritt. Dieses Modell hat drei Achsen, damit es auf der Stelle wenden kann und ist mit einem erheblich stärkeren Motor ausgerüstet.
Für detailliertere Bilder muss hier auf eine spätere Fotoreihe vertröstet werden, die mehr als zehn Bilder umfassen wird.

Was gehört immer auf die Oberfläche eines zu erforschenden Planeten? Ein Labor. In dem Fall drei Mobile Meßstationen, angelehnt an die aus dem bereits erwähnten Set 6927 bekannten, die ja den Mechanismus des Eindockens beisteuerten. Sie sind in an die Raumschiffmodule passender Andock-Technik ausgelegt und ganz geschlossen, im Gegensatz zu ihren Vorbildern, wenn man Techniksteine als "geschlossen" durchgehen läßt. Die Satelittenschüsseln wurden verteilt, die unter dem Boden kann man auf diesem Bild nur erahnen, und die obere wurde klappbar gemacht. Drei der Labore aneinander gedockt ergeben genau eine Containergröße (24 x 6 Noppen, 5 Steine + 2 Platten hoch + 2 Steine Bodenabstand) und läßt sich so in ein Modul eindocken.
Dieser Verschlußmechanismus ist durch ein Scharnier fixiert, das in geschlossenem Zustand auf einer Noppe einrastet, und hält so erstaulich gut.

Das Versorgungsmodul hat nicht so viele Funktionen, weist aber auch etliche Details auf. Am linken Ende erkennt man gut die Klappen mit den Griffen, mit denen die Module zusätzlich fixiert werden, wenn sie eingedockt sind.
In den großen Tanks befindet sich Treibstoff und Sauerstoff, der sowohl für die Lebenserhaltungssysteme als auch den Antrieb genutzt werden kann. Auf der anderen Seite ist noch diverse Technik verborgen, die so ein Raumschiff auf seiner Reise durch das Weltall benötigt.

In dem die Antriebsgondeln tragenden letzten Modul ist ein Raumgleiter mit Astronaut untergebracht, angelehnt an den aus Set 6870, auch eines meiner immer wieder bautechnisch zitierten Lieblings-Sets. Eine Abschußrampe für den Gleiter ist fest eingebaut, die zwar nicht ganz die Mobilität des Weltraum-Traktors erreicht, aber dafür weitere Distanzen zurücklegen kann.
Die Triebwerke der Hunter-Gratzner sind wieder die fom Nav-Bay-Sektor bekannten Kombinationen aus Schubdüsen und Scramjets, allerdings mit erheblich größerer Leistung.

Eine der Besonderheiten der Hunter-Gratzner sind die Vorrichtungen für eine effektive Atmosphärenbremsung. Man kann entweder jede Menge Treibstoff verheizen um durch Triebwerke abzubremsen, wenn man auf einem Planeten landen will, oder man kann die Reibung in dessen Atmosphäre nutzen, - sofern er eine aufweist - um die Geschwindigkeit auf eine für das Landen notwendige niedrigere abzubremsen.
Hierfür lassen sich die Gondeln mit den Triebwerken hochklappen, worunter weitere Klappen sichtbar werden. An den Flügeln ist auch die gelbschwarze Markierung angebracht, die man aus Raumtransporter (924), Raumkreuzer (928) und Transplanetarischem Raumtransporter (6929) kennt. In der Front sind zwei Klappen untergebracht, die ebenfalls in Atmosphären abbremsend wirken.
Neben den Tanks erkennt man den oben bereits erwähnten mobilen Sensor. Was sich unter den anderen Klappen verbirgt muss jetzt noch verborgen bleiben.

Die Atmosphärenbremsung kann aber nur richtig funktionieren, wenn die Schubumkehr der Triebwerke ausgelöst wird. Dazu öffnen sich die Triebwerksgondeln und bieten dann eine große Widerstandsfläche. Der Pilot darf nicht vergessen, mindestens die unteren beiden vor der eigentlichen Landung wieder einzuklappen. Für eine Höchstbelastung sind diese Klappen aber leider nicht ausgelegt, in Pitch Black reißt eine davon sofort ab, als sie zum Abbremsen geöffnet werden.
Damit verabschiedet sich diese Hunter-Gratzner ohne eine Bruchlandung von euch. Es ist sehr viel Bespielbares zum Aufklappen und Rausnehmen und Abdocken und anders wieder Andocken untergebracht, ich hoffe ich konnte zumindest einen Teil davon hier in den Bildern festhalten.
|